Arbeitsweise der Chips in Farblaserdruckern – Beispieldrucker HP Color LaserJet

1500 / 2500 / 2550 / 3500 / 3550 / 3700 / 4600 / 4650 / 5500 / 5550  

Wir übernehmen keine Garantie für die Vollständigkeit der weiter unten aufgeführten Aussagen und Lösungsvorschläge.

 

Fangen wir mit der Theorie an – welche Information wird im Chip gespeichert und und was geschieht, wenn die Cartridge mit dem angebrachten Chip in den Drucker montiert wird?

Unveränderbare Chipdaten

Beschreibung

Identifizierung des Chipmodells

Die Identifizierungseinheit bestimmt das Kartuschenmodell, auf welchem der Chip installiert wird. Chips für die verschiedenen Farben sowie die verschiedenen Größen der Kartuschen desselben Druckermodells besitzen unterschiedliche Identifizierungseinheiten

Seriennummer der Kartusche

Im Falle der Nutzung eines kompatiblen Chips wird hier die Seriennummer des kompatiblen Chips gespeichet

Herstellungsdatum der Kartusche

Im Falle der Nutzung eines kompatiblen Chips wird hier das Herstellungsdatum des kompatiblen Chips gespeichert

Daten über die Farbabstimmung

Daten der elektrostatischen Einrichtungen, die vom Drucker für die Feinabstimmung der korrekten Farben benutzt werden

 

 

Veränderbare Chipdaten (werden vom Drucker eingetragen)

Beschreibung

Seriennummer des Druckers

Die Seriennummer des Druckers, in welchen die Kartushe mit dem Chip eingebaut wird

Datum der Erstmontage der Kartusche

Datum der Erstmontage der Kartusche mit diesem Chip

Datum der letzten Nutzung der Kartusche

Datum des Ausdrucks der letzten Seite bei Benutzung dieser Kartusche

Daten über das Erreichen des Zustandes „low“

Wenn der Drucker einen Tonermangel durch die Lichtsensoren feststellt, schreibt er diesen Zustand auf den Chip

Erreichen des Zustandes „No Toner“

Nach einer gewissen Seitenanzahl, die nach der Meldung „Toner low“ gedruckt wurden, speichert der Drucker „No Toner“

Anzahl der gedruckten Seiten

Die Seitenanzahl, die unter Benutzung dieses Chips mit der Kartusche gedruckt wurde

Zustand der verbleibenden Ressourcen

Ungefähre Seitenanzahl, die noch ausgedruckt werden kann – im Normallfall geht man von einer Tonersättigung von 5 % aus

Nachdem die Kartusche mit dem neuen Chip in den Drucker eingebaut wurde, passiert eine im Grunde einfache Sache – die „Unveränderbaren Chipdaten“ werden vom Chip in den Drucker geschrieben, und in den Chip schreibt der Drucker seinerseits die „Veränderbaren Daten“. Im weiteren Druckverlauf tauschen der Chip und der Drucker ihre Daten regelmäßig aus.

Nun möchten wir ein paar Bedingungen aufzählen, die alle erfüllt werden müssen, damit bereits „aufgebrauchte“ Originalchips bei einer Tonernachfüllung den Druck NICHT blockieren:

  1. Der Chip muß unbedingt auf der Kartusche angebracht sein. Ohne den Chip ist kein Druck möglich.
  2. Der Chip auf der Kartusche muß mit dem Kartuschenmodell übereinstimmen. Z.B. Muß in der gelben Kartusche des HP CLJ 2550 unbedingt der Chip für die gelbe Kartusche (und nicht Magenta) und unbedingt vom Kartuschenmodell CLJ 2550 (und nicht etwa CLJ 2500) angebracht sein.
  3. Der wohl wichtigste Punkt – der auf die Kartusche installierte Chip muß vorher auf einem anderen Drucker gearbeitet haben!
  4. Nach dem Einbau der Kartusche gibt der Drucker folgende Meldung heraus: „Kartusche entspricht keiner HP-Produktion. Diese Meldung muß man durch Betätigung der Druckerknöpfe wegdrücken.

Es wird deutlich, daß die Arbeit mit den bereits gebrauchten Chips zu einigen unangenehmen Arbeitsnachteilen führt. Wir versuchen nun, ein paar dieser Nachteile aufzuzählen:

Jedes Mal, wenn der Druckerdeckel geöffnet oder der Drucker eingeschaltet wird, muß die Fehlermeldung über Originalkartuschen ausgeschaltet werden.

Durch das Ausschalten der Tonerkontrollanzeige gibt es keine Tonerkontrolle mehr.

Eine Veränderung der Farbanpassung durch fehlende Daten der Farbanpassung des Chips.

Wenn Sie jetzt beispielsweise irgendwo leere Kartuschen einkaufen, diese nachfüllen und an andere Kunden verkaufen – nicht an die, bei denen Sie die leeren Kartuschen gekauft haben – wird der Drucker weiterhin problemlos drucken und spuckt nur noch die Fehlermitteilung aus.

Der Chip wird erst blockert, wenn Sie eine leere Kartusche aus dem Drucker herausnehmen, diese nachfüllen und sie anschließend in den gleichen Drucker einsetzen – der Punkt 3. wird in diesem Fall nicht erfüllt!

Jetzt müssen wir natürlich schauen, daß dieser wichtige dritte Punkt sozusagen übergangen wird. Das Problem besteht darin, daß der Drucker sich an die Seriennummer des Chips erinnert und diesen dementsprechend nicht als einen neuen Chip erkennt.

Verfahren 1: Nutzung mehrerer Kartuschen mithilfe der Austauschmethode

Die Funktionsweise dieses Verfahrens ist sehr einfach – der Drucker besitzt eine sehr begrenzte Speicherkapazität, was die Seriennummern der Chips angeht. Der allgemein vertretenen Meinung nach kann sich die HP-Drucker an die letzten drei Seriennummern erinnern (alle Farben und die Trommeleinheit, wenn diese einzeln Bestand hat). Diese Speicherkapazität hängt von dem Druckermodell sowie seiner mikroprogrammistischen Ausstattung ab. Den Speicher können Sie nun austricksen, indem Sie vier gleiche Kartuschen (je Farbe und Modell) im Kreis gehen lassen – so erkennt der Drucker nur, daß der Chip in einem anderen Drucker gearbeitet hat und überschreibt seinen Speicher immer wieder neu. Der Nachteil dieser Methode liegt auf der Hand – Sie brauchen jeweils vier gleiche Kartuschen pro Farbe (und für die Trommeleinheit, falls eine vorhanden) – dies sind immerhin 16 – 20 Kartuschen.

Verfahren 2: Ausschalten der Kartuschenüberprüfung

Diese Methode eignet sich ausschließlich für HP-Modelle 3500/3550/3700/4600/4650/5500/5550.

Im Druckermenü dieser Modelle existiert der Punkt „Disable cartridge check“. Dieser Punkt überprüft die Funktionalität der Druckerarbeit ohne Kartuschen (einer oder mehreren) oder mit Kartuschen, die sich nicht auf ihrem Platz befinden. Indem Sie diesen Menüpunkt ausschalten, ignoriert der Drucker das Vorhandensein oder die Anzahl der Chips und ermöglicht den Druck, auch wenn sich im Drucker nur eine Kartusche ohne Chip und nicht auf ihrem richtigen Platz befindet! Klingt super – leider entstehen dadurch zwei Probleme: Sobald Sie den Drucker ausgeschaltet und wieder eingeschaltet haben, muß diese Anzeige erneut ausgeschaltet werden. Das Wichtigste ist aber: Um bis zu diesem Menüpunkt vorzudringen, müssen in den Drucker zuvor „normale Kartuschen“ mit neuen Chips eingebaut werden – jedes Mal, wenn der Drucker ausgeschaltet wird! Wenn Sie einen kompletten Satz Originalkartuschen oder Kartuschen mit ausgetauschten Chips besitzen, bauen Sie die Kartuschen in den Drucker ein und schalten Sie erfolgreich den Menüpunkt aus. Anschließend bauen Sie OHNE den Drucker auszuschalten die nachgefüllten Kartuschen ein und drucken Sie fehlermeldungslos bis zum Zeitpunkt des Ausschaltens des Druckers. Nach dem nächsten Einschalten müssen dann wieder Originalkartuschen hinein usw.

Verfahren 3: Chipaustausch im Kreis

Diese Methode ist nur bei Druckermodellen anwendbar, deren mikroprogrammistische Ausstattung einen Chip einer Farbe, der an die Stelle des Chips einer anderen Farbe eingebaut wird, als funktionierend erkennt. Uns sind bis jetzt zwei Druckermodelle bekannt, bei denen diese Methode zum Erfolg führt – HP 1500 und HP 2500. Bei den anderen Druckermodellen funktioniert die Methode entweder gar nicht oder nur teilweise. Das Prinzip ist sehr einfach – Sie füllen eine schwarze und eine gelbe Kartusche nach und tauschen deren Originalchips einfach miteinander aus. So spuckt der Drucker die Fehlermeldung „Kartusche entspricht nicht der Originalkartusche von HP“, aber diese lässt sich mit den Druckerknöpfen ausschalten. Wenn Sie bei der zweiten Nachfüllung (wieder schwarz und gelb) die Chips wieder miteinander vertauschen, werden die zwei Kartuschen nicht mehr arbeiten.

 

Es gibt bestimmt noch weitere Methoden, HP-Drucker auszutricksen. Wenn Sie eine wissen, erzählen Sie sie uns.

 

Wir wissen jetzt, daß es möglich ist, HP-Drucker drucken zu lassen, ohne die Chips auszutauschen. In Anbetracht der Nachteile und Umstände, die mit den weiter oben aufgeführten Methoden verbunden sind, empfehlen wir jedoch den Kauf eines neuen Chips.

Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Bedingungen, die bei der Installation des neuen Chips erfüllt werden müssen. Diese sind einfach zu befolgen, Sie müssen sich einfach nur an sie erinnern.

 

Was man bei einer Installation des neuen Chips auf die Kartusche nicht tun darf:

 

  1. Nachdem Sie den Chip ausgetauscht haben, dürfen Sie die Kartusche nicht auf einem Testdrucker testen – der Drucker schreibt seine Daten in den Chip und der Chip ist nicht mehr neu. Wie dann der eigentliche Drucker auf diesen „neuen“ Chip reagiert, hängt von der mikroprogrammistischen Ausstattung ab, kann sein daß er den Chip nicht annimmt.Wenn Sie die Kartusche mit einem Testdrucker testen wollen, besorgen Sie sich Ersatzchips (müssen nicht neu sein) und testen Sie die Kartusche mit dem Ersatzchip, nach dem Test bauen Sie den neuen Chip ein und setzen Sie die Kartusche in den Drucker ein.
  2. Die Chipmodelle dürfen nicht verwechselt werden! Jeder Chip muß in das passende Kartuschenmodell eingebaut werden. Wenn Sie den schwarzen und den gelben Chip oder Chips gleicher Farbe, aber von unterschiedlichen Druckermodellen verwechseln, ist es leicht möglich, daß die Chips dermaßen kaputt gehen, daß eine Wiederherstellung nicht mehr möglich ist. Es gibt aber auch compatible Universalchips.
  3. Die Chips dürfen nicht an leere Kartuschen angebracht werden und die nachgefüllten Kartuschen dürfen ohne vorheriges Schütteln der Kartusche nicht in den Drucker installiert werden. Der Grund ist einfach – Der Drucker stellt mithilfe der Lichtsensoren fest, daß sich wenig Toner in der Kartusche befindet. Wenn das lichtdurchlässige kleine Fenster zum Zeitpunkt des Kartuscheneinbaus nicht ausreichend mit Toner bedeckt ist, schreibt der Drucker auf den Chip den Zustand „Toner low“. Diese Information kann nicht mehr entfernt werden.

 

Zum Abschluß noch einige wichtige Anmerkungen zur richtigen Wiederherstellung / Nachfüllung einer Kartusche:

  1. Entfernen Sie sorgfältig alle Tonerreste aus der Kartusche, bevor Sie einen anderen Toner hineingeben. Unterschiedliche zusammengemischte Toner führen oft zur Verschlechterung des Ausdrucks.
  2. Reinigen Sie nicht weniger gründlich die Tonerwalze und das Verteilermesser. Die Reinigung kann erst dann erfolgreich genannt werden, wenn Sie über die schwarze Walze und das Verteilermesser mit einem weißen Tuch gehen und keinerlei Tonerreste auf dem Tuch zu sehen sind. Eine schlechte Reinigung der Walze und des Messers ist die häufigste Ursache der Tonerspritzer und Streifen beim Ausdruck.
  3. Seien Sie vorsichtig mit den ganzen Dichtungen beim Auseinander- / Zusammenbau der Kartusche! Schon kleinste Verbiegungen und Verletzungen dieser führen aufgrund der hohen Flüchtigkeit des Toners zu Tonerverlust.
  4. In den meisten Kartuschen finden Schrauben verschiedener Größe Platz. Wenn eine Schraube sich nicht an ihrem Platz befindet, führt das zu Problemen im Drucker. Merken Sie sich den richtigen Platz für jede Schraube und setzen Sie die Schrauben beim Zusammenbau der Kartusche unbedingt an den richtigen Platz.
  5. Achten Sie auf die Sauberkeit der Elektrokontakte und benutzen Sie ein stromleitendes Schmiermittel, um diese sauber zu halten. Das nicht magnetische Einkomponentensystem des Druckers verträgt sich ganz und gar nicht mit unstabilen Kontakten.

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